Gesundheit heute

Schmerz- und Schlafmedizin

Schmerz- und Schlafmedizin

Schmerzen können das Leben zur Hölle machen. Eigentlich signalisieren sie drohende Gefahr und leiten Schutzreflexe ein. Sie haben aber die fatale Eigenschaft, sich zu verselbständigen, wenn unser Schmerzgedächtnis den Schmerz erinnert, auch wenn er im Moment nicht vorhanden ist. Schmerzmittel bringen dann meist nur mäßige Linderung und bergen erhebliche Risiken und Nebenwirkungen. Die moderne Schmerzmedizin packt deshalb das Übel bei der Wurzel: nämlich im Kopf. „Schmerzpatienten können ihre Schmerzen nicht nur lernen, sie können sie auch wieder verlernen“, so lautet ihre Grundthese. Schmerzen können auch den Schlaf rauben - daher veranlasst jeder Schlafmediziner einen diagnostischen Schlaf im Schlaflabor, wenn er hinter Schlafproblemen ernste organische Erkrankungen vermutet. Hierbei werden während einer ganzen Nacht Gehirnaktivitäten, Atemfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut, Puls, EKG und die Muskelaktivität in den Beinen aufgezeichnet. Hinter sehr vielen Schlafproblemen stecken aber keine organischen, sondern psychische Störungen oder Dauerbelastungen. Schlaffördernde Medikamente treten für die Schlafmedizin daher zunehmend in den Hintergrund, während sich moderne Verhaltenstherapien immer weiter durchsetzen.
(Bild: Wavebreakmediamicrro/veer)
Krankheiten & Therapie: Schmerz- und Schlafmedizin
SOS: Hilfe bei Seekrankheit

Gute Nachrichten für alle Betroffene: Nach 3-4 Tagen auf See bessern sich die Beschwerden meist von allein. Bis dahin schaffen Medikamente Abhilfe.

SOS: Hilfe bei Seekrankheit

Verhaltensregeln und Medikamente

Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel: Die Seekrankheit kann einem den entspannten Ausflug auf dem Wasser ganz schön vermiesen. Doch mit diesen Tipps sind die Symptome leicht zu kontrollieren.

Rechtzeitig vorsorgen

Seekrankheit ist Typsache. Manche Reisende hängen schon bei leichtem Wellengang über der Reling, andere bleiben auch bei Sturm symptomfrei. Besonders anfällig für die Seekrankheit sind Kinder zwischen 2 und 12 Jahren, Frauen und Migränepatient*innen. Wer zur „Risikogruppe“ gehört, geht also besser vorbereitet an Bord. Und auch wer noch nie auf See war, beugt lieber vor.

Grundregeln beachten

Bei leichten Formen der Reiseübelkeit reichen einfache Verhaltensregeln oft schon aus, die Symptome zu verhindern und zu lindern:

  • Das richtige Transportmittel: Auf kleinen Schiffen schwankt es stärker als auf großen. So mancher Ozeanriese verfügt zudem über eingebaute Stabilisatoren, die die Schaukelbewegungen dämpfen. 
  • Richtiges Zimmer wählen: Bei Schiffsreisen eine Kabine in der Mitte des Schiffs wählen, da hier die Schaukelbewegungen am geringsten sind. Auch ein Zimmer mit Blick auf den Horizont beugt vor.
  • Der richtige Zeitpunkt: Wer zeitlich flexbel ist, kann seine Reise auf das voraussichtliche Wetter abstimmen: Zum Beispiel ist es winters auf dem Nordatlantik besonders häufig stürmisch.
  • Nachts reisen: Im Schlaf tritt die Reisekrankheit nicht auf.
  • Richtig Essen und Trinken: Am verträglichsten sind kleine, fettarme und kohlenhydratreiche Mahlzeiten. Alkohol, Nikotin und Kaffee sind tabu.
  • Bei Symptomen hinlegen: Auf dem Rücken mit geschlossenen Augen liegen hilft, die Symptome zu lindern.
  • Ingwer: Die Wirkung der Pflanze ist zwar wissenschaftlich nicht belegt, aber trotzdem ist der Einsatz einen Versuch wert. Den Pflanzenextrakt gibt es in praktischen Kapseln in der Apotheke.

Rechtzeitig an Medikamente denken

Wenn das nicht ausreicht, gibt es auch verschiedene Medikamente gegen die Seekrankheit. Am besten wirken sie, wenn sie schon 30-60 Minuten vor der Reise eingenommen werden:

  • Dimenhydrinat: Das Medikament ist als Tablette, Sirup, Zäpfchen oder Kaugummi in der Apotheke erhältlich. Doch Vorsicht: Der Wirkstoff macht müde. Deshalb sollten Bootsführer*innen, Taucher*innen oder Reisende, deren Aufmerksamkeit gefragt ist, lieber auf ein anderes Medikament ausweichen.
  • Scopolamin: Der verschreibungsprflichtige Wirkstoff ist in Form eines Pflasters erhältlich. 4-8 Stunden vor der Reise hinter das Ohr geklebt, hält die Wirkung bis zu 3 Tage an. Auch Scopolamin macht müde, deshalb sollten Anwender*innen auch hier vorsichtig sein.

Quelle: Kursbuch Reisemedizin, Thieme, 2012

Von: Marie Schläfer, Aktualisierung C. Sladky; Bild: mauritius images / Anna Koldunova / Alamy / Alamy Stock Photos

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