Gesundheit heute

Schmerz- und Schlafmedizin

Schmerz- und Schlafmedizin

Schmerzen können das Leben zur Hölle machen. Eigentlich signalisieren sie drohende Gefahr und leiten Schutzreflexe ein. Sie haben aber die fatale Eigenschaft, sich zu verselbständigen, wenn unser Schmerzgedächtnis den Schmerz erinnert, auch wenn er im Moment nicht vorhanden ist. Schmerzmittel bringen dann meist nur mäßige Linderung und bergen erhebliche Risiken und Nebenwirkungen. Die moderne Schmerzmedizin packt deshalb das Übel bei der Wurzel: nämlich im Kopf. „Schmerzpatienten können ihre Schmerzen nicht nur lernen, sie können sie auch wieder verlernen“, so lautet ihre Grundthese. Schmerzen können auch den Schlaf rauben - daher veranlasst jeder Schlafmediziner einen diagnostischen Schlaf im Schlaflabor, wenn er hinter Schlafproblemen ernste organische Erkrankungen vermutet. Hierbei werden während einer ganzen Nacht Gehirnaktivitäten, Atemfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut, Puls, EKG und die Muskelaktivität in den Beinen aufgezeichnet. Hinter sehr vielen Schlafproblemen stecken aber keine organischen, sondern psychische Störungen oder Dauerbelastungen. Schlaffördernde Medikamente treten für die Schlafmedizin daher zunehmend in den Hintergrund, während sich moderne Verhaltenstherapien immer weiter durchsetzen.
(Bild: Wavebreakmediamicrro/veer)
Krankheiten & Therapie: Schmerz- und Schlafmedizin
Finger weg von Lachgas!

Lachgas lässt sich ganz einfach aus Kartuschen gewinnen, die legal verkauft werden. Zum Konsumieren wird das Gas in Luftballons umgefüllt.

Finger weg von Lachgas!

Nervenschäden möglich

In kleine bunte Ballons verpackt kommt Lachgas erst einmal recht harmlos daher. Außerdem ist es günstig, leicht zu beschaffen und legal – alles Eigenschaften, die es als Partydroge bei Jugendlichen sehr beliebt macht. Doch wie bei jeder Droge drohen auch bei Lachgas ernste gesundheitliche Folgen.

Entspannung und Euphorie für wenige Minuten

Lachgas hat sowohl in der Medizin als auch im Alltag einen festen Platz. Als Narkosemittel wirkt es betäubend und schmerzlindernd, im Haushalt dient es in Form von Kartuschen zum Aufschäumen von Schlagsahne. Beim vielseitig einsetzbaren Lachgas handelt es sich um ein Gemisch aus Stickstoff und Sauerstoff. Wird es eingeatmet, gelangt es über die Lungen ins Blut. Von dort aus wird es zu Gehirn und Nerven transportiert und verursacht rasch ein Gefühl von Entspannung und Euphorie. Der Kick ist nach wenigen Minuten wieder vorbei.

In bunte Ballons verpackt

Wegen der euphorisierenden Wirkung ist Lachgas bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Partydroge beliebt. Erhebungen zeigen, dass 10 bis 20 % der Jugendlichen es schon einmal ausprobiert haben. Das Lachgas wird gewonnen, in dem Kartuschen aus dem Einzelhandel geknackt und das Gas in bunte Ballons gefüllt wird. Über diese wird es dann verteilt und konsumiert.
Lachgas ist nicht illegal, für Minderjährige ist sein Erwerb ab April 2026 aber verboten. Auf den ersten Blick wirkt Lachgas erst einmal recht harmlos. Das Gas sollte aber nicht unterschätzt werden: Immerhin greift es in den Stoffwechsel der Nervenzellen ein. Während akute Vergiftungen selten sind, vermuten Expert*innen bei häufigem und längerfristigem Konsum Schäden an Nerven und Gehirn. Ein Grund dafür ist, dass die Verwertung von Vitamin B12 gestört wird – das ist aber entscheidend für die Nervenfunktion.

Nervenschäden und psychische Abhängigkeit

Konsument*innen, die anhaltendes Kribbeln in Körperteilen spüren oder bei denen es zu Muskelschwäche oder sogar Lähmungen kommt, sollten also alarmiert sein. Möglicherweise erhöht sich durch das Lachgas auch das Risiko von Herzinfarkten und Thrombosen. Und nicht zuletzt kann das Lachgas auch psychisch abhängig machen, weil die Konsument*innen die Entspannung und Euphorie immer wieder erleben möchten.

Quellen:

Von: Sara Steer; Bild: mauritius images / Lenscap / Alamy / Alamy Stock Photos

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