Gesundheit heute

Autogenes Training

Autogenes Training ist eine in den 1930er Jahren entwickelte Methode der konzentrativen Selbstentspannung. Durch an sich selbst gerichtete, immer gleiche Befehle (Autosuggestion), die der Anwendende nach einem festen Schema in monotoner Reihung wiederholt, werden äußere Reize ausgeblendet und das vegetative (unwillkürliche) Nervensystem beeinflusst. Dadurch werden die Gehirnaktivität nachweislich verändert, Stress abgebaut und Verkrampfungen gelöst.

Durchführung: Man sitzt entweder im Droschkenkutschersitz oder liegt entspannt auf dem Rücken. Durch bestimmte Vorstellungen („Mein rechter Arm wird schwer“, „mein Bauch wird warm“) stellt sich nach und nach eine Entspannung der angedachten Körperteile ein, auch Herzschlag und Atmung können so reguliert werden.

Die Übungen sollten mehrfach täglich jeweils mindestens fünf Minuten lang durchgeführt werden. Wichtig ist am Ende die „Rücknahme“, insbesondere dann, wenn Übungen im Tagesverlauf durchgeführt und nicht als Einschlafhilfe genutzt werden. Hierbei spannt der Übende die Muskeln wieder bewusst an, atmet tief durch und öffnet erst dann die Augen.

Die Methode ist gut untersucht und vor allem bei Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, leichteren Depressionen, Tinnitus und anderen, durch Stress bedingten Erkrankungen wirksam.

Weiterführende Informationen

  • B. Hoffmann: Handbuch Autogenes Training. Grundlagen, Technik, Anwendung. dtv, 2004. Umfassendes Standardwerk für alle, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen wollen, auch zum Nachschlagen geeignet.

Weiterlesen:

  • Welches Entspannungsverfahren ist das richtige?
  • Die verschiedenen Heilverfahren in Listenform

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster

Zurück

Aktuelle Beiträge zum Thema

  • Jedes Nikotinprodukt ist ungesund
    Von Zigarette bis Beutel

    Nikotin gibt es in verschiedensten Formen: Von der klassischen Zigarette über E-Zigaretten bis zum Nikotinbeutel. Doch keine Form ist harmlos. 

    Verschiedene Formen untersucht

    Das…

    mehr

  • Soziale Medien für Kinder verbieten!
    Weil sie krank und dumm machen

    Soziale Medien machen Kindern und Jugendlichen zunehmend Probleme, warnt ein Kinder- und Jugendarzt. Er fordert deshalb ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre – doch Verbote allein…

    mehr

  • Gehtraining ist Nr. 1 bei pAVK
    Durchblutung verbessern

    Bei der „Schaufensterkrankheit“ kann Bewegung die Gehfähigkeit deutlich verbessern. Auch wenn die Beine beim Laufen schmerzen, ist gezieltes Training wichtig. Doch es kommt darauf…

    mehr

  • Tabuthema Harninkontinenz
    Peinliche Momente müssen nicht sein

    Viele Frauen im mittleren und höheren Alter leiden unter unkontrolliertem Urinverlust, doch kaum eine spricht mit ihrer Ärztin über das Thema. Möglichkeiten zu Vorbeugung und…

    mehr

  • Hilft Johanniskraut bei Depressionen?
    Antidepressivum aus der Natur

    Pflanzliche Wirkstoffe sind nicht zu unterschätzen – in einigen Fällen können sie durchaus mit ihren chemischen Verwandten mithalten. So zeigen zum Beispiel Studien mit…

    mehr

  • Verhütung im Urlaub
    Was ist anders?

    Urlaub geht oft mit warmen Temperaturen und Zeitverschiebungen einher. Was bedeutet das für die Verhütung?

    Veränderter Rhytmus

    Wer verreist, hat oft einen anderen Tagesablauf als…

    mehr