Gesundheit heute

Antimykotika: Mittel gegen Pilze

Mit den Pilzmitteln, den Antimykotika, verhält es sich im klinischen Alltag ähnlich wie mit den Virostatika (wenn auch aus anderem Grund):

  • Örtlich begrenzt auf Haut oder Schleimhäute aufgetragen, werden Antimykotika sehr gut vertragen, weil praktisch nichts von der Substanz ins Blut gelangt. Zu den lokal wirksamen Antimykotika zählen einerseits die (freiverkäuflichen) Cremes gegen Hautpilze (wie z. B. Canesten® oder Clotrimazol-Stada®), die Cremes gegen Scheidenpilze, die antimykotischen Nagellacke gegen Nagelpilz, andererseits die antimykotischen Lösungen zum Gurgeln und Schlucken bei Pilzinfektionen von Mundbereich, Speiseröhre oder Darm (z. B. Nystatin). Hier wird das Präparat nicht aus dem Darm aufgenommen, sondern wirkt streng lokal an der Schleimhaut von Mund und Magen-Darm-Trakt.
  • Antimykotika, die geschluckt und ins Blut aufgenommen oder in die Vene gespritzt werden, sind oft nebenwirkungsreich. Erschwerend kommt hinzu, dass die Medikamente häufig über Wochen oder Monate gegeben werden müssen, damit die Pilze wirklich vernichtet werden. Beispiele für solche Antimykotika sind  Amphotericin B (z. B. Ampho-Moronal®), Fluconazol (z. B. Diflucan®), Itraconazol (z. B. Sempera®), oder Variconazol (z. B. Vfend®).

Von: Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski

Zurück

Aktuelle Beiträge zum Thema

  • Neue Empfehlung zur Dengue-Impfung
    Reisen in Risikogebiete

    Von Thailand bis in die Karibik: Denguefieber-Infektionen drohen in zahlreichen Reisegebieten. Bisher empfiehlt die STIKO die Impfung nur Personen, die sich bereits einmal damit…

    mehr

  • Was hilft beim Einschlafen?
    Geräusche oder Musik

    Probleme beim Einschlafen sind weit verbreitet. Manche Menschen versuchen, sich mit entspannender Musik oder Geräuschen in den Schlaf zu wiegen. Funktioniert das?

    Besser beruhigend…

    mehr

  • Finger weg von Lachgas!
    Nervenschäden möglich

    In kleine bunte Ballons verpackt kommt Lachgas erst einmal recht harmlos daher. Außerdem ist es günstig, leicht zu beschaffen und legal – alles Eigenschaften, die es als Partydroge…

    mehr

  • Beim Entwässern auf Natrium achten
    Vorsicht mit Diuretika

    Entwässerungsmittel werden bei vielen Erkrankungen eingesetzt. Eine Wirkstoffgruppe, die Thiazide, führt häufig zu einem Natriummangel im Blut. Und das vor allem zu Beginn der…

    mehr

  • Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht
    Ob Fehlgeburt oder Abtreibung

    Abtreibung führt zu Brustkrebs! Diese Parole wird seit Jahren immer wieder ins Feld geführt, um schwangere Frauen von einem Abbruch abzuhalten. Dass das nicht stimmt, wird durch…

    mehr

  • Rezepte gegen Kater
    Zu tief ins Glas geschaut?

    Ob Familienfeier, Biergartenausflug oder Party: Wer beim Alkohol über die Stränge schlägt, bezahlt das am nächsten Tag meist mit einem Kater. Was hilft dagegen?

    Acetaldehyd und…

    mehr