Medikamente im Urlaub spontan vor Ort kaufen? Das kann in manchen Ländern riskant sein. Gesundheitsexpert*innen warnen vor gefälschten oder minderwertigen Arzneimitteln und geben…
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Interkostalneuralgie: Schmerzender Nerv zwischen den Rippen. Der Schmerz ist typischerweise einschießend, brennend oder stechend und strahlt häufig gürtelförmig nach vorne in die Brust aus. Er verstärkt sich bei Bewegung und tiefem Atmen und verringert sich meist im Liegen. Die Interkostalneuralgie ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom bei verschiedenen Erkrankungen des Brustkorbs oder der Wirbelsäule, z. B. bei Gürtelrose oder einer Verletzung. Die Behandlung hängt von der auslösenden Ursache ab. Zusätzlich werden immer Schmerzmittel verordnet. Wichtig ist eine frühzeitige Behandlung. Dann verschwindet die Interkostalneuralgie meist nach wenigen Wochen oder Monaten.
Am nächsten Tag, wenn die Schmerzen vom Rücken her ausstrahlen oder wenn Rötungen oder Bläschen auf der Haut entstehen.
Sofort den Notruf wählen, wenn die Schmerzen in den Arm ausstrahlen und/oder Atemnot hinzukommt oder wenn die Schmerzen im Zusammenhang mit einem Unfall auftreten.
Am Unterrand jeder Rippe verläuft ein Nerv von der Wirbelsäule nach vorne bis in die Brustbeinregion. Wird einer dieser Zwischenrippennerven gereizt oder geschädigt, zeigt sich dies durch typische "Nervenschmerzen": plötzlich einschießende heftige Schmerzen, die sich messerscharf stechend, schneidend oder brennend anfühlen.
Die Auslöser einer Interkostalneuralgie sind vielfältig. Unter anderem kommen infrage:
Die Interkostalneuralgie entsteht typischerweise sehr plötzlich mit einseitigen heftigen, einschießenden Schmerzen, die sich messerscharf stechend, schneidend oder brennend anfühlen.
Sie beginnen je nach Ursache entweder in der Flanke und strahlen gürtelförmig nach hinten in den Rücken und nach vorn in die Brust oder sie entspringen im Rückenbereich und strahlen über die Flanke bis nach vorn.
Die Schmerzen werden verstärkt durch tiefes Atmen, Husten, Niesen und Bewegungen des Oberkörpers, besonders durch Drehbewegungen. Oft atmen die Betroffenen auffallend flach (Schonatmung).
Meist sind die Schmerzen für eine oder wenige Minuten sehr stark und gehen dann in einen dumpfen, anhaltenden Schmerz über, der zwischen den einzelnen Schmerzattacken auch ganz verschwinden kann.
Bei körperlicher Ruhe bessern sich die Schmerzen meist. Je nach Ursache verspüren die Betroffenen besonders im Liegen eine Besserung. Bei einigen Patient*innen ist aber auch das Gegenteil der Fall, wenn der Nerv beim Liegen stärker gereizt wird.
Begleitend zu den Schmerzen können auch eine Überempfindlichkeit, Taubheit oder ein Kribbeln der Haut im betroffenen Rippenzwischenraum auftreten.
Die Diagnose wird in erster Linie aufgrund des typischen Beschwerdebildes gestellt. Die Ärzt*in stellt zu Beginn meist mehrere Fragen:
Anschließend tastet die Ärzt*in die betroffene Körperstelle ab und sucht nach Hautveränderungen. Eventuell müssen die Patient*innen den Oberkörper im Stehen abwechselnd zu beiden Seiten neigen. Dieser sog. Schepelmann-Test gibt Hinweise auf die Schmerzursache.
Bei einigen Erkrankungen, z. B. der Gürtelrose, reicht die Befragung und körperliche Untersuchung zur Diagnosestellung aus. Oft sind aber weitere Untersuchungen notwendig, z. B. Röntgen, CT, MRT oder Blutuntersuchungen, um z. B. Verschleiß- und Tumorerkrankungen, Entzündungen oder Infektionen festzustellen.
Differenzialdiagnosen.. Die Interkostalneuralgie verursacht ähnliche Schmerzen wie ein Herzinfarkt. Auch Erkrankungen der Hauptschlagader (Aorta) oder der Lunge können Schmerzen im Rippenzwischenraum auslösen, deshalb wird die Ärzt*in die Schmerzursache immer sehr sorgfältig prüfen, um keine lebensbedrohliche Erkrankung zu übersehen.
Die Behandlung der Interkostalneuralgie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Bei Gürtelrose wird z. B. ein Medikament verordnet, das die Vermehrung der Viren hemmt (Virostatikum). Bei Verschleißerkrankungen können die Beschwerden z. B. mit Wärmeanwendungen und Physiotherapie gelindert werden. Bei Tumorerkrankungen ist eine gezielte Tumorbehandlung erforderlich, z. B. eine Chemotherapie oder Bestrahlung.
Zusätzlich wird unabhängig von der Ursache immer ein Schmerzmittel eingesetzt, zum Teil auch eine Kombination mehrerer Schmerzmittel. Zum Einsatz kommen z. B. Ibuprofen oder Diclofenac sowie Gabapentin oder Pregabalin, manchmal auch Antidepressiva wie Amitriptylin. In besonders schweren Fällen werden Opioide wie Tramadol verordnet. Bei starken Muskelverspannungen gibt es zusätzlich Medikamente zur Muskelentspannung oder es werden örtliche Betäubungsmittel in die betroffene Region injiziert. Die Schmerzen sollen so bestmöglich unterdrückt und eine Chronifizierung der Schmerzen verhindert werden.
Die Heilungsaussichten der Interkostalneuralgie sind in der Regel gut. Wichtig ist ein frühzeitiger Beginn der Behandlung. Bei der Gürtelrose muss mit den Virostatika z. B. innerhalb der ersten 3 Tage begonnen werden. Ein früher Beginn ist auch bei der Schmerztherapie entscheidend. So lässt sich verhindern, dass die Schmerzen chronisch werden und sogar dann bleiben, wenn die Ursache beseitigt ist. Deshalb ist es wichtig, bei den Beschwerden frühzeitig eine Arztpraxis aufzusuchen. Bei Tumorerkrankungen sind die Heilungsaussichten unsicherer und hängen von der Tumorart ab.
Wärme- oder Kälteanwendungen. Viele Betroffene verspüren durch Wärme- oder Kälteauflagen eine Linderung. Ob Wärme oder Kälte hilfreich ist, hängt dabei sowohl von der zugrundeliegenden Erkrankung als auch vom persönlichen Befinden des Betroffenen ab. Bei Gürtelrose und Entzündungen hilft meist eher eine Kälteauflage. Bei Gelenkerkrankungen und Muskelverspannungen ist oft Wärme besser.
Ablenkung. Nervenschmerzen empfinden viele Betroffene als besonders zermürbend, deshalb konzentrieren sie sich im Alltag sehr darauf, jede "falsche" Bewegung zu vermeiden und möglichst schonend zu atmen. Das führt wiederum zu noch mehr Muskelverspannungen sowie mangelnder Durchblutung und beeinträchtigt das Wohlbefinden zusätzlich. Durchbrochen werden kann diese Schmerzspirale durch Ablenkung. Treffen Sie sich mit Freunden, gehen Sie ins Kino oder raus in die Natur, gönnen Sie sich eine Massage oder eine andere Wellnessbehandlung. Alles, was Ihnen guttut, unterstützt auch die Schmerzbekämpfung.
Weiterführende Informationen
Quellen:
- Battegay, E. (2013) Siegenthalers Differenzialdiagnose. 20. Auflage, Thieme Verlag
- Amboss (2026) Interkostalneuralgie. Webartikel zur Klinischen Praxis. Abgerufen am 22.04.2026 unter https://next.amboss.com/de/ai-mode?cid=cf0ff9f0-3ff6-46db-b19e-728a82656a32#
- Pschyrembel (2026) Interkostalneuralgie. Webartikel. Abgerufen am 22.04.2026 unter https://www.pschyrembel.de/Interkostalneuralgie/K0AX9
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