Gesundheit heute

Kiefergelenkarthrose und Kiefergelenkarthritis

Kiefergelenkarthrose: Degenerative (abnutzungsbedingte) Verschleißerkrankung des Kiefergelenks, sowohl einseitig als auch beidseitig auftretend. Bei fortschreitender Erkrankung schmerzt das Kauen zunehmend und die Beweglichkeit des Unterkiefers wird eingeschränkt. Auch Knacken oder Knirschen beim Öffnen des Mundes treten auf.

Kiefergelenkarthritis: Entzündung des Kiefergelenks, verursacht viel früher Schmerzen als die Kiefergelenksarthrose.

Eine Arthrose entsteht vor allem in Kiefergelenken, die bereits geschädigt sind – zum Beispiel durch eine habituelle Kieferluxation, Zähneknirschen oder nicht passende Prothesen und Füllungen. Eine wichtige Rolle spielt auch das Alter, schließlich sind die Kiefergelenke die beiden meist benutzten Gelenke des menschlichen Körpers. Bei einer Kiefergelenkarthrose nimmt die Beweglichkeit nach und nach ab, zudem knackt und knirscht es bei Bewegungen. Erst spät kommen Schmerzen hinzu. Eine Kiefergelenkarthritis geht oft mit einer rheumatischen Grunderkrankung einher und schmerzt bereits in einem frühen Stadium.

Das macht der Arzt

Oft wird eine Kiefergelenkarthrose zufällig festgestellt, da sie bereits lange ohne Beschwerden vorliegen kann. Behandelt wird sie mit Schienen, die auf die Zahnreihen gesetzt werden und das Gelenk entlasten. Oft ist allerdings eine Operation der einzige Weg zur Besserung. Als erster Eingriff findet meist eine Gelenkspülung statt, bei der abgestorbene Knorpelzellen aus dem Gelenk gespült werden. Wenn das nicht hilft, wird in einem weiteren Eingriff die Gelenkinnenhaut entfernt (Synovektomie) oder der zerstörte Knorpel durch einen künstlichen ersetzt.

Grundsätzlich versucht der Arzt immer, möglichst lange konservativ zu behandeln, da Kiefergelenkoperationen sehr schwierig sind und nur mäßige Heilungschancen bieten.

Mit einer Kiefergelenkarthritis gehen die Betroffenen häufiger von selbst zum Arzt; sie lässt sich mit entzündungshemmenden Mitteln und einer Entlastung der Gelenke therapieren. Oft wird sie im Rahmen der Grunderkrankung (z. B. rheumatoide Arthritis) behandelt.

Von: Dr. med. dent. Gisbert Hennessen; Thilo Machotta, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski

Zurück

Aktuelle Beiträge zum Thema

  • 7 Lebensretter bei allergischem Schock
    Gefahr durch Milch oder Erdnuss?

    Für Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie kann ein Besuch im Schnellimbiss oder Restaurant lebensgefährlich werden. Um für einen allergischen Schock gewappnet zu sein, haben…

    mehr

  • So schlafen Schichtarbeitende besser
    Erst Lichtdusche, dann Sonnenbrille

    Viele Schichtarbeiter*innen leiden unter Schlafproblemen und ständiger Müdigkeit. Doch es gibt einige Strategien, mit denen man dagegen angehen kann.

    Nachtschichten können…

    mehr

  • Früherkennung ist Trumpf
    Neugeborenenscreening wird erweitert

    Das Neugeborenen-Screening ist seit Jahrzehnten etabliert. Dabei werden Neugeborene unter anderem auf seltene Stoffwechselkrankheiten getestet. Nun wird das Screening erweitert.

    S…

    mehr

  • Neue Empfehlung zur Dengue-Impfung
    Reisen in Risikogebiete

    Von Thailand bis in die Karibik: Denguefieber-Infektionen drohen in zahlreichen Reisegebieten. Bisher empfiehlt die STIKO die Impfung nur Personen, die sich bereits einmal damit…

    mehr

  • Was hilft beim Einschlafen?
    Geräusche oder Musik

    Probleme beim Einschlafen sind weit verbreitet. Manche Menschen versuchen, sich mit entspannender Musik oder Geräuschen in den Schlaf zu wiegen. Funktioniert das?

    Besser beruhigend…

    mehr

  • Finger weg von Lachgas!
    Nervenschäden möglich

    In kleine bunte Ballons verpackt kommt Lachgas erst einmal recht harmlos daher. Außerdem ist es günstig, leicht zu beschaffen und legal – alles Eigenschaften, die es als Partydroge…

    mehr