Gesundheit heute

Schlafwandeln

Schlafwandeln (Somnambulismus): Der Schlafende verlässt das Bett und geht in der Wohnung umher, dabei scheint er bewusst und zielgerichtet zu handeln. Es drohen jedoch Stürze oder Verletzungen, seltener auch Fremdgefährdung. Nach dem Aufwachen haben viele Schlafwandler keinerlei Erinnerung an ihre nächtlichen Spaziergänge.

Kinder und Jugendliche schlafwandeln häufiger als Erwachsene. Man sollte sie nicht wecken oder erschrecken, sondern behutsam an die Hand nehmen und zurück ins Bett bringen. Als Ursache für das in einigen Familien gehäuft auftretende Schlafwandeln werden erbliche Veranlagungen angenommen; genauere Erkenntnisse gibt es jedoch nicht. Sehr selten können auch Schädigungen im Schlaf-Wach-Rhythmus (z. B. nach einer Gehirnhautentzündung oder Epilepsie) der Auslöser sein. Schlafwandler befinden sich in einem Dämmerzustand. Der Gesichtsausdruck ist starr, die Augen sind offen, auf Fragen werden oft einsilbige Antworten gegeben. Möglicherweise steuern sie beim Umherwandeln unbewusst Lichtquellen an. In der Regel ist Schlafwandeln bei Kindern und Jugendlichen harmlos und verschwindet von selbst wieder.

Von: Dr. Bernadette Andre-Wallis, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski

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