Gesundheit heute

Bissverletzungen

Jedes Jahr werden in Deutschland über 20 000 Kinder von Hunden so stark gebissen, dass sie ins Krankenhaus müssen; drei Viertel der Bissverletzungen betreffen Kopf und Gesicht. Da Bisswunden stark von den natürlichen Mundbakterien der „Täter“ verunreinigt sind, heilen sie oft schlecht. Das gilt auch für Menschenbisse sowie Bisse durch Katzen, deren spitze Zähne sich tief ins Fleisch bohren.

0230_ASL_Menschenbiss.jpg|Menschenbisse kommen in unseren Breitengraden glücklicherweise nur im Kindesalter häufiger vor. Bleiben sie gedeckt, so wie in diesem Fall eines 4-jährigen Mädchens, ist auch bei einem wie hier zu sehenden tieferen Bluterguss keine ärztliche Therapie notwendig. Wird die Haut jedoch durchbissen, so ist die Vorstellung beim Hausarzt oder im Krankenhaus unerlässlich, denn Menschenbisse heilen ohne medizinische Hilfe nur schlecht.|[ASL 0230]|Bissmarken eines Kinderbisses im Gesicht eines Kindes

Maßnahmen

Sind die Verletzungen leichterer Art, waschen Sie die Wunde mit lauwarmem Wasser und Seife. Bedecken Sie die Wunde mit einer sterilen Auflage oder einem Pflaster. Infizierte Wunden erkennt man an einer Schwellung und Rötung, die sich immer stärker um die Wunde herum ausbreiten. Infizierte und tiefe Bisswunden, besonders solche im Gesicht, sollten vom Arzt versorgt werden; dies ist auch aus rechtlichen Gründen zweckmäßig (Schadenersatz). Gehen Sie deshalb sofort zum Arzt. Oft müssen in solchen Fällen Antibiotika eingenommen werden.

Bisse durch tollwutgefährdete Tiere. Bei Füchsen, aber auch verwilderten Hunden, ist eine Infektion mit dem Tollwuterreger nicht auszuschließen. Besteht Tollwutverdacht, muss der Betroffene innerhalb von 72 Stunden gegen Tollwut geimpft werden. Dies ist die einzige Möglichkeit, die Infektion zuverlässig zu verhindern. Ärzte empfehlen eine Impfung:

0212_GTV_Bissverletzung_Daumenballen.jpg|Bissverletzung am Daumenballen durch einen kleinen Hund, der ncht von dem betroffenen zwölfjährigen Kind gestreichelt werden wollte. Solche tiefen Verletzungen müssen in jedem Fall von einem Arzt oder in der Krankenhausambulanz behandelt werden - am besten noch am selben Tag.|[GTV 0212]|Foto einer offenen Hundebissverletzung an der Hand

  • Bei jedem Biss durch ein Wildtier
  • Wenn das beißende Tier nicht eingefangen werden konnte
  • Wenn sich ein Haustier tollwutverdächtig, also ungewöhnlich zutraulich oder aggressiv, verhält.

Von: Dres. med. Katharina und Sönke Müller; Dr. med. Arne Schäffler

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