Gesundheit heute

Die Vorboten der Geburt

Nach dem momentanen Wissensstand geht man davon aus, dass das Ungeborene selbst eine Art hormonelles „Startsignal“ für den Geburtsbeginn gibt. Die bevorstehende Geburt kündigt sich oft mit dem so genannten Zeichnen an: Damit ist der Abgang eines Schleimpfropfs gemeint, der während der Schwangerschaft den Muttermund verschlossen und das Ungeborene vor aufsteigenden Infektionen geschützt hat. Der Schleimpfropf kann wässrig, schleimig oder auch blutig sein. Wenn er abgeht, bedeutet das, dass sich der Muttermund und der Gebärmutterhals darauf vorbereiten, sich für die Geburt zu öffnen. Der Pfropf hat mit dem Abgang von Fruchtwasser aber zunächst noch nichts zu tun.

Richtig los geht die Geburt dann mit dem Fruchtwasserabgang. Das Fruchtwasser kommt oft schwallartig und lässt sich im Gegensatz zu Urin nicht zurückhalten: Wenn die das Kind umhüllende Fruchtblase platzt, fließt das Fruchtwasser ungehindert durch die Öffnung des Gebärmutterhalses durch den Muttermund und durch die Scheide nach außen. Allerdings kann das Reißen der Fruchtblase auch weit unauffälliger sein – das Fruchtwasser geht dann tröpfchenweise ab. Wenn der Verdacht besteht, dass die Fruchtblase geplatzt ist, sollte man am besten gleich zum Arzt oder zur Hebamme gehen. Weil das Fruchtwasser einen anderen pH-Wert hat als Urin oder der Schleimpfropf, kann man z. B. über ein Teststäbchen feststellen, ob es sich um Fruchtwasser handelt.

Wehen bezeichnen das rhythmische Zusammenziehen der Gebärmutter – das je nach Schwangerschafts- oder Geburtsphase in sehr unterschiedlicher Frequenz, Dauer und Stärke auftritt. Man unterscheidet folgende Formen (geordnet in zeitlicher Abfolge): 3–4 Wochen vor der Geburt treten meist Senkwehen auf, die dafür sorgen, dass sich der Kopf des Kindes fest in den Beckeneingang legt. In den letzten Tagen vor der Geburt zeigen sich die Vorwehen. Sie können mehrmals pro Stunde spürbar werden und sind mehr oder minder schmerzhaft. Die Eröffnungswehen leiten die eigentliche Geburt ein. Sie zeigen den Beginn der Eröffnungsphase an und führen zu einer Verkürzung und Öffnung des Gebärmutterhalses. Die Eröffnungswehen gehen zu Beginn der Austreibungsphase der Geburt in die Presswehen über, die das Kind aus dem Mutterleib austreiben.

Von: Dr. med. Katja Flieger, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

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