Gesundheit heute

Blutkultur

Bei der Blutkultur wird eine Blutprobe zu einer Nährlösung gegeben und danach bebrütet. Im Blut vorhandene Bakterien oder Pilze vermehren sich und können nachfolgend bestimmt und auf ihre Medikamentenempfindlichkeit getestet werden.

3603_GTV_Blutentnahme_Blutkultur.png|Die Blutentnahme für eine Blutkultur erfordert peinlich sauberes Arbeiten. Nach der Punktion einer Vene, z. B. in der Ellenbeuge, wird das Blut in zwei Blutkulturflaschen geleitet. Die eine Flasche muss konsequent luftfrei bleiben (um sauerstofffrei wachsende Bakterien anzüchten zu können), die andere muss Sauerstoff enthalten (um Bakterien zum Wachsen zu bringen, die Sauerstoff zum Leben benötigen). Nach Anbrütung erfolgt der Nachweis der Erreger durch Überführung auf spezielle Nährböden, Mikroskopie oder durch biochemische Untersuchung oder Antikörperdiagnostik. |[GTV 3603]|Blutabnahme für eine Blutkultur in 2 Kulturflaschen im Schemabild unf Foto

Indikation

  • Verdacht auf schwere Infektionen, v. a. Blutvergiftung
  • Fieber, Schüttelfrost unklarer Ursache
  • Kontrolluntersuchung in der Intensivmedizin oder nach einer Fremdkörperimplantation.

Ursachen positiver Befunde

  • Schwere Infektionen, bei denen immer wieder Infektionserreger in die Blutbahn gelangen, z. B. Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), Systemmykose (Pilzinfektion mit Befall innerer Organe)
  • Vorübergehende Anwesenheit von Bakterien im Blut, ohne dass diese sich dort vermehren oder in Organe streuen (Bakteriämie)
  • Unzureichende Hygienemaßnahmen (z. B. keine korrekte Hautdesinfektion).

Hinweise

Ein (einzelner) negativer Befund schließt eine schwere Infektion oder Blutvergiftung nicht aus. Bei Weiterbestehen entsprechender Symptome muss die Blutkultur deshalb ggf. mehrfach wiederholt werden. Auch während einer Behandlung mit Antibiotika oder Antimykotika sind falsch negative Befunde häufig, weil die Bakterien vorgeschädigt sind und deshalb nicht mehr „angehen“.

Von: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

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