Gesundheit heute

Renin

Das in der Niere gebildete Enzym Renin ist wesentlich an der Blutdruckregulation beteiligt. Es setzt eine Reaktionskette in Gang, die über eine Engstellung der Blutgefäße und eine verminderte Natrium- und Wasserausscheidung der Nieren (infolge einer Mehrausschüttung von Aldosteron) den Blutdruck steigert. Entsprechend wird es bei Natriummangel, vermindertem Blutvolumen oder verringerter Nierendurchblutung vermehrt freigesetzt.

Normalbereich (Blut) [KLL]

  • Liegend: 3–28 ng/l (laborabhängig)
  • Stehend: 4–45 ng/l (laborabhängig)

Indikation

  • Abklärung eines Bluthochdrucks
  • Verdacht auf Hyperaldosteronismus
  • Verdacht auf Renin produzierende Tumoren

Ursachen erhöhter Werte

  • Verengung der Nierenarterien
  • Bluthochdruck anderer Ursache
  • Morbus Addison (primärer Hypoaldosteronismus)
  • Sekundärer Hyperaldosteronismus
  • Renin produzierender Tumor
  • Einnahme von Abführmitteln, harntreibenden Medikamenten (Diuretika), ACE-Hemmern
  • Schwangerschaft

Ursachen erniedrigter Werte

  • Conn-Syndrom (primärer Hyperaldosteronismus)
  • Einnahme von Medikamenten wie z.B. Betablockern, NSAR-Schmerzmitteln

Hinweise

Wegen der Beeinflussung des Reninspiegels durch zahlreiche Medikamente sollten Sie bei einer geplanten Reninbestimmung alle eingenommenen Medikamente dem Arzt mitteilen, damit sie, falls möglich, rechtzeitig vorher abgesetzt werden können.

Von: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

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