Gesundheit heute

Schmerz- und Schlafmedizin

Schmerz- und Schlafmedizin

Schmerzen können das Leben zur Hölle machen. Eigentlich signalisieren sie drohende Gefahr und leiten Schutzreflexe ein. Sie haben aber die fatale Eigenschaft, sich zu verselbständigen, wenn unser Schmerzgedächtnis den Schmerz erinnert, auch wenn er im Moment nicht vorhanden ist. Schmerzmittel bringen dann meist nur mäßige Linderung und bergen erhebliche Risiken und Nebenwirkungen. Die moderne Schmerzmedizin packt deshalb das Übel bei der Wurzel: nämlich im Kopf. „Schmerzpatienten können ihre Schmerzen nicht nur lernen, sie können sie auch wieder verlernen“, so lautet ihre Grundthese. Schmerzen können auch den Schlaf rauben - daher veranlasst jeder Schlafmediziner einen diagnostischen Schlaf im Schlaflabor, wenn er hinter Schlafproblemen ernste organische Erkrankungen vermutet. Hierbei werden während einer ganzen Nacht Gehirnaktivitäten, Atemfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut, Puls, EKG und die Muskelaktivität in den Beinen aufgezeichnet. Hinter sehr vielen Schlafproblemen stecken aber keine organischen, sondern psychische Störungen oder Dauerbelastungen. Schlaffördernde Medikamente treten für die Schlafmedizin daher zunehmend in den Hintergrund, während sich moderne Verhaltenstherapien immer weiter durchsetzen.
(Bild: Wavebreakmediamicrro/veer)
Krankheiten & Therapie: Schmerz- und Schlafmedizin
Blutdruck messen - aber richtig!

Der Sensor muss beim Messen genau über der Arteria radialis liegen.

Blutdruck messen - aber richtig!

Kardinalfehler vermeiden

Den Blutdruck selbst zu messen ist für viele Menschen Routine. Automatische Blutdruckmessgeräte für zuhause sind aber nur vermeintlich leicht zu bedienen – denn einige Regeln müssen auch hier beachtet werden, um verlässliche Werte zu erhalten.

Die Position macht´s aus

Die Bestimmung des Blutdrucks ist bei vielen Erkrankungen von Bedeutung. Gut, dass es auch zu Hause möglich ist, seinen Blutdruck zuverlässig zu kontrollieren. Inzwischen gibt es eine Reihe von technisch ausgefeilten Messgeräten, mit denen sich der Blutdruck am Oberarm oder am Handgelenk selbstständig ermitteln lässt. Doch leider kann man bei der Messung trotzdem eine Menge falsch machen. Die American Heart Association hat die häufigsten Fehler und die besten Tipps für eine korrekte Blutdruckmessung zusammengestellt:

  • Besonders wichtig ist beim Blutdruckmessen die Position. Der systolische Blutdruck ist im Liegen 3 bis 10 mmHg höher als im Sitzen. Wenn unbedingt im Liegen gemessen werden muss, sollte man dabei ein Kissen unter den Oberarm legen, damit sich Messstelle und Herz auf gleicher Ebene befinden.
  • Im Sitzen sollte bei der Messung der Oberarm nicht einfach herabhängen. Am besten legt man ihn bequem so ab, dass sich die Manschette des Messgerätes im Niveau des Vorhofs befindet, also etwa in der Mitte des Brustbeins.
  • Es ist wichtig, sich bei der Blutdruckmessung zu entspannen und mit dem Rücken gut anzulehnen. Ist der Rücken nicht gestützt, kann der systolische Blutdruck um bis zu 15 mmHg und der diastolische um bis zu 6 mmHg steigen.
  • Die Beine dürfen bei der Messung nicht übergeschlagen oder gekreuzt werden. Beinekreuzen beim Blutdruckmessen lässt den Blutdruck systolisch um bis zu 8 mmHg, diastolisch um bis zu 5 mmHg ansteigen.
  • Wer ein Handgelenkmessgerät benutzt, muss es sorgfältig anlegen. Der Sensor muss genau über der daumenseitigen Unterarmarterie (Arteria radialis) positioniert sein. Im Zweifel kann man sich den Messpunkt von seiner Ärzt*in oder Apotheker*in zeigen lassen.
  • Das Handgelenk muss bei einer Handgelenksmessung über den gesamten Messvorgang hinweg gestreckt und in Höhe des Herzens gehalten werden. Ganz einfach geht das zum Beispiel, wenn man dazu im Sitzen den Ellenbogen bequem auf einen Tisch aufstützt.

Blutdruck-Uhren vor die Brust!

Neben den bewährten Blutdruckmessern für Oberarm und Handgelenk gibt es inzwischen auch andere Möglichkeiten, den Blutdruck zu messen. Ganz up to date ist für viele, dafür das Smartphone zu nutzen. Dabei wird der Finger auf das Dysplay gelegt und der Blutdruck bestimmt, indem spezielle Apps die Hautdurchblutung messen. Doch diese Methode ist nicht ausreichend geprüft, warnen die Kardiolog*innen und raten davon ab.

Weiter entwickelt in puncto Blutdruck-Messung seien dagegen Smartwatches und andere Blutdruck-Uhren. Aber auch hier bleibe abzuwarten, ob diese Geräte dauerhaft zuverlässige Messergebnisse liefern können. Neue interessante Messtechnologien für die Blutdruck-Uhren sind dafür schon in Erprobung. Wer jetzt schon seinen Blutdruck mit Hilfe eine Blutdruck-Uhr messen möchte, sollte sie bei der Messung auf jeden Fall in vors Herz halten.

Wer sich unsicher ist, sucht am besten den Rat in der Apotheke. Hier beraten Fachkräfte über das richtige Messgerät und die richtige Messtechnik.

Quelle: DÄB

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Image Point Fr/Shutterstock.com

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