Immer mehr Menschen holen sich Rat bei Chatbots. Ob ChatGPT Ärzt*innen bei der Behandlungsplanung sinnvoll unterstützen kann, hat ein Forscherteam nun untersucht.
Elf Fälle…
mehrMo.-Fr.: 08.00 - 18.30 Uhr
Sa: 09.00 - 14.00 Uhr
Während der Schwangerschaft vollbringt der Körper einer Frau wahre Höchstleistungen. Schließlich muss neben dem eigenen Körper auch der eines heranwachsenden Kindes versorgt werden. Um den Körper an diese Herausforderungen anzupassen, bewirken die Schwangerschaftshormone zahlreiche Veränderungen. Viele davon können Schwangere bereits früh an sich beobachten.
Während einer Schwangerschaft nimmt eine Frau im Schnitt 12 kg zu. Das ist aber nur ein Durchschnittswert und hängt von vielen Faktoren ab, etwa dem Ausgangsgewicht der Schwangeren.
Das zusätzliche Gewicht macht nicht nur das heranwachsende Kind aus. Es setzt sich zusammen aus
Hinweis: Hat eine Frau starkes Übergewicht oder Adipositas, sollte sie während der Schwangerschaft eher weniger zunehmen. Anderenfalls kann das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes und Schwangerschafts-Bluthochdruck steigen. Diäten sollten Schwangere aber keine machen. Bewährt haben sich gesunde Ernährung und Bewegung.
Zur optimalen Versorgung des Kindes braucht es ausreichend Sauerstoff. Deswegen beginnen Schwangere schon frühzeitig, tiefer zu atmen. Um den zusätzlichen Sauerstoff transportieren zu können, arbeitet auch das Herz von Schwangeren kräftiger. Manchen Frauen fällt das in Form von Herzklopfen oder festerem Puls auf.
Zu Beginn der Schwangerschaft haben viele Frauen Probleme mit dem Blutdruck. Das bemerken sie zum Beispiel, weil ihnen schnell schwindlig oder schwarz vor Augen wird. Das liegt teils daran, dass zuallererst nur die Blutflüssigkeit zunimmt, die Blutzellen aber erst später vermehrt gebildet werden. Das Blut ist also dünner (Schwangerschaftsanämie). Außerdem sorgt das Schwangerschaftshormon Progesteron dafür, dass sich die Blutgefäße der Frau weiten und das Gewebe so besser durchblutet wird. Äußerlich ist das an einer leichten Rötung zu erkennen, etwa an den Schleimhäuten und einer straffer wirkenden Haut. Dem zentralen Kreislauf steht dadurch relativ gesehen vorerst weniger Blut zur Verfügung, was zu Schwindelattacken führen kann. Im Laufe der Schwangerschaft spielt sich das meist wieder ein.
Unter Umständen kann die Weitung der Gefäße in den Beinen zu Krampfadern führen. Dagegen wirken vor allem Bewegung, das Tragen von Stützstrümpfen und regelmäßiges Hochlegen der Beine. Diese schwangerschaftsbedingten Krampfadern verschwinden nach der Geburt oft wieder.
Die Brustdrüsen vergrößern sich hormonbedingt schon in den ersten Tagen nach der Einnistung des Kindes in der Gebärmutter. Bis zum Geburtstermin vervielfachen sie ihr Volumen und Gewicht. Vielen Frauen fällt das als "Brustspannen" auf. Durch die erhebliche Dehnung der umgebenden Hautpartien kann das Unterhautbindegewebe reißen; dabei kann es wie am Bauch zu Schwangerschaftsstreifen kommen. Die Brustwarze (Mamille) wächst ebenfalls, und der Brustwarzenhof (Areola) wird dunkler und größer.
Nicht nur dort wird das Gewebe besser durchblutet, auch bei Scheide und Schamlippen ist das der Fall. Sie erscheinen praller und dunkler, und bei kleinen Verletzungen gibt es öfter eine geringe Blutung. Das ist völlig normal.
Die Flüssigkeitseinlagerungen machen das Gewebe lockerer und dehnbarer. Das dient zur Vorbereitung auf die Geburt.
Ähnlich wie bei einer Transplantation muss das Immunsystem dazu gebracht werden, den "Fremdkörper Kind" zu tolerieren – denn das Kind ist zu 50 % von der Mutter genetisch verschieden. Dies gelingt durch spezielle Antikörper, die die mütterlichen Abwehrreaktionen neutralisieren und somit eine Abstoßung verhindern.
Die Veränderung des Immunsystems bemerken vor allem Schwangere, die eine chronische Erkrankung haben, an der das Immunsystem beteiligt ist. Beispiele sind Neurodermitis oder rheumatische Erkrankungen wie, z. B. systemischer Lupus erythematodes. Bei fast allen ändern sich die Symptome der Erkrankung, oft sind sie weniger stark, manchmal aber auch schlimmer. Frauen mit chronischen Erkrankungen tauschen sich deswegen am besten so früh wie möglich mit Ihrer Ärzt*in über ihren Kinderwunsch aus. Oft ist es dann auch nötig, Medikamente anzupassen.
Ab der 20. Schwangerschaftswoche gehen aus dem Blut der Mutter Antikörper gegen Krankheitserreger durch die Plazenta auf das Kind über und schützen es bis ungefähr ein halbes Jahr nach der Geburt vor Infektionen (Nestschutz). Daher wird der Immun- und Impfstatus der Schwangeren bei den Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert, denn die durchs Impfen oder durchgemachte Erkrankungen entstandenen Antikörper schützen auch das Neugeborene. Manche Impfungen können auch noch während der Schwangerschaft nachgeholt werden. Zu einigen Impfungen wird Schwangeren besonders geraten, beispielsweise zu Impfungen gegen Influenza, COVID-19 und Keuchhusten. Weiteres zum Thema Impfungen erfahren Sie im Artikel "Impfungen für Schwangere".
Interessanterweise hat eine Schwangerschaft auch Auswirkungen auf die Zähne. So sinkt etwa der pH-Wert des Speichels durch eine Veränderung der Speichelzusammensetzung. Auch der Kontakt mit Magensäure beim Schwangerschaftserbrechen schwächt den Zahnschmelz. Das Ergebnis: Schwangere sind anfälliger für Karies.
Durch die hormonell bedingte bessere Durchblutung kommt es häufiger zu Zahnfleischbluten und zu einer schwangerschaftsbedingten Schleimhautentzündung (Schwangerschaftsgingivitis). Um Schmerzen zu vermeiden, sollten Schwangere auf konsequente Mundpflege achten, d. h. regelmäßig Zähne putzen und das Zahnfleisch mit einer weichen Zahnbürste massieren. Zur Kontrolle ist ein Zahnarztbesuch früh in der Schwangerschaft angebracht. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung wird empfohlen. Auch eine zusätzliche Zahnvorsorge wird von den Krankenkassen oft bezahlt.
Im Bereich von Magen und Darm macht sich vor allem das Schwangerschaftshormon Progesteron bemerkbar. Dieses soll eigentlich dafür sorgen, dass die glatte Muskulatur in der Gebärmutter entspannt bleibt, es verhindert also vorzeitige Wehen. Gleichzeitig "entspannt" es aber auch die glatte Muskulatur im Verdauungstrakt. Beim Magen zeigt sich das so, dass der Magenpförtner nicht mehr so gut schließt. Es kann daher öfter zu Sodbrennen kommen, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. In dem Fall kann es helfen, statt weniger großer mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Den Darm macht das Progesteron im Ganzen etwas träge, der Inhalt wird nicht mehr so schnell vorantransportiert. Dadurch beginnt der Darminhalt einzudicken und zu gären, was sich in Form von Verstopfung und Blähungen äußert. Am Darmausgang kann die Verstopfung zusammen mit den auch dort erweiterten Blutgefäßen zu Hämorrhoiden führen – diese lassen sich mit schmerzlindernden Cremes oder Zäpfchen behandeln.
Hinweis: Das Schwangerschaftserbrechen hat einen anderen Grund. Es beruht vor allem auf den schwangerschaftsbedingten Hormonveränderungen, die sich auf die Brechzentren im Gehirn auswirken. Bei den meisten Frauen gibt sich das nach der ersten Zeit wieder, wenn sich der Körper an die neue Situation angepasst hat. Näheres dazu im Artikel "Schwangerschaftsübelkeit".
Was für den Verdauungstrakt gilt, gilt auch für die Harnwege: Die Nieren werden größer, die Muskulatur der harnableitenden Strukturen wie Harnwege und Blase wird schlaffer. Es wird mehr Harn erzeugt und dieser fließt auch langsamer ab. Wie beim Verdauungstrakt bleibt der Inhalt länger im System stehen, was Bakterienwachstum begünstigt. Die geringere Spannung der glatten Muskulatur betrifft auch die Schließmuskulatur, was bei vielen Frauen zu leichter (Belastungs-)Inkontinenz führt und Bakterien leichter in die Harnwege gelangen lässt. Aus beiden Gründen sind Schwangere besonders anfällig für Harnwegsinfektionen.
Viele Schwangere kämpfen vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel mit Rückenschmerzen. Kein Wunder: Je größer der Bauch wird, umso mehr belastet das zusätzliche Gewicht den Rücken. Um diese Last auszugleichen, machen viele Schwangere ein Hohlkreuz, wodurch die Rückenmuskulatur aber überanstrengt wird.
Darüber hinaus lockert das Hormon Progesteron zur Vorbereitung auf die Geburt die Bänder, die die Gelenke stabilisieren. Das äußert sich bei manchen Frauen als Schmerzen im vorderen Beckenbereich (Symphysenschmerzen). Dort sitzt die Schambeinfuge (Symphyse), eine knorpelige Verbindung zwischen den Beckenhälften. Die normalerweise feste Verbindung lockert sich, damit das Kind bei der Geburt leichter durchs Becken passt. Manchen Frauen bereitet diese Instabilität Schmerzen. Ihnen kann ein spezieller Beckengurt helfen, der das Becken bis zur Entbindung von außen stabilisiert.
Wenn dann noch der Kopf des Kindes gegen Ende der Schwangerschaft auf das Kreuzbein drückt, sind Schmerzen häufig.
So beugen Sie vor:
Zu Anfang der Schwangerschaft haben viele Frauen ein gesteigertes Schlafbedürfnis. Sie fühlen sich tagsüber müde und schlafen nachts mehr als üblich. Ursache hierfür ist wahrscheinlich das Schwangerschaftshormon Progesteron. Im Verlauf der Schwangerschaft, besonders in den letzten drei Monaten, klagen viele Frauen über einen besonders schlechten
Schlaf. Studien zeigen, dass sich das Schlafmuster ändert: Die Tiefschlafphasen nehmen ab, und die Tendenz zum nächtlichen Aufwachen nimmt zu. In der letzten Phase der Schwangerschaft kommt es gehäuft zu Schlafstörungen, z. B. durch Wadenkrämpfe, Rückenschmerzen, Sodbrennen, Bewegungen des Ungeborenen, allgemeines Unwohlsein oder gesteigerten Harndrang.
Tipps gegen Schlafstörungen
Vielen Frauen hilft es gegen die Müdigkeit, sich tagsüber kurz hinzulegen.
Weiterführende Informationen
Weiterlesen:
Quellen:
- Familienplanung.de – (Portal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit): Körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft, Impfungen in der Schwangerschaft, Entspannung und Schlaf
- UptoDate: Maternal adaptations to pregnancy: Musculoskeletal changes and pain, Prenatal care: Patient education, health promotion, and safety of commonly used drugs, Maternal adaptations to pregnancy: Gastrointestinal tract
- Zahnvorsorge in der Schwangerschaft
- Von Kaisenberg, C., Klaritsch, P., & Hösli-Krais, I. (Hrsg.). (2024). Die Geburtshilfe. Springer Berlin Heidelberg
Immer mehr Menschen holen sich Rat bei Chatbots. Ob ChatGPT Ärzt*innen bei der Behandlungsplanung sinnvoll unterstützen kann, hat ein Forscherteam nun untersucht.
Elf Fälle…
mehr
Fast jeder Zweite erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Doch nur wenige halten ihr eigenes Risiko für hoch. Das zeigt eine Befragung des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Jede…
mehr
Viele Menschen nehmen zeitweise Antidepressiva – in Deutschland sind es etwa 8 bis 10 Prozent. Doch was passiert eigentlich, wenn die Betroffenen die Medikamente wieder absetzen…
mehr
Windeln halten Jung und Alt trocken, doch darunter kommt es durch den Kontakt mit Urin und Stuhl leicht zu Hautirritationen. Wie lässt sich vorbeugen?
Bei Erwachsenen nicht von…
mehr
Nähert sich eine Frau den Wechseljahren, nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ab. Muss dann noch verhütet werden und wenn ja, mit welcher Methode?
Was ist die…
mehr
In der kalten Jahreszeit nehmen Atemwegsinfekte wieder zu. Für viele Menschen sind jetzt Impfungen empfohlen. Was hat sich geändert und wo gibt es gute Informationen?
Schwere…
mehr