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Fluorid gilt als Garant für gesunde, schöne Zähne. Der Grund: Fluorid stärkt den Zahnschmelz und schützt vor Karies - einer Erkrankung, bei der schmerzhafte Löcher in den Zähnen entstehen.
Der Mineralstoff ist in den letzten Jahren jedoch in Verruf geraten. Der Vorwurf: Fluorid soll sich im Körper anreichern und so Knochen und Zähnen schaden.
Vorkommen
Der Fluorid-Gehalt in Lebensmitteln und im Trinkwasser ist meist sehr gering. Relevante natürliche Quellen sind nur Fisch, Algen, Meeresfrüchte, einige Mineralwässer und schwarzer und grüner Tee. Allerdings schwankt der Gehalt in Lebensmitteln und im Trinkwasser stark, sodass nur Schätzwerte für den Fluorid-Gehalt angegeben werden können:
Bestimmte Mineralwässer enthalten signifikante Mengen Fluorid, die in einigen wenigen Regionen bereits eine ausreichende Versorgung darstellen.
Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass die natürlichen Fluorid-Quellen nicht ausreichen, um die Zähne vor Karies zu schützen. Um die Fluorid-Zufuhr zu erhöhen, sind mit Fluorid angereicherte Produkte erhältlich. Fluoridiertes Speisesalz enthält zum Beispiel 25 Milligramm Fluorid pro 100 Gramm. Auch Fluorid-Tabletten oder fluoridierte Zahnpasta sind gute Quellen.
Bedarf
Die empfohlene Fluorid-Zufuhr schwankt je nach Körpergewicht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit schätzt, dass pro Kilogramm Körpergewicht 0,05 Milligramm Fluorid ausreichen, um die Zähne zu schützen. Das heißt, dass ein 70 Kilogramm schwerer Mensch täglich ungefähr 3,5 Milligramm Fluorid benötigt.
Mangelerscheinungen
Ob Fluorid für den Menschen ein lebensnotwendiger Nährstoff ist, ist unter Wissenschaftler*innen noch umstritten. Theoretisch könnte man also auch ohne Fluorid gut überleben.
Allerdings ist bewiesen, dass Fluorid die Zähne vor Karies schützt. Aber Vorsicht: Fluorid ersetzt nicht das regelmäßige Zähneputzen und eine gesunde, zuckerarme Ernährung.
Fluorid als Nahrungsergänzungsmittel
Durch die Nahrung allein ist die täglich empfohlene Fluorid-Zufuhr kaum zu erreichen. Deshalb empfehlen Wissenschaftler*innen angereicherte Produkte wie Zahnpasta und Speisesalz. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Fluorid sind erhältlich - allerdings sind die Tabletten verschreibungspflichtig.
Noch ist nicht geklärt, wieviel Fluorid optimal ist. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Fluorid-Gehalt im Trinkwasser fluoridiertes Speisesalz oder Fluorid-Tabletten:
Wie viel Fluorid im Trinkwasser enthalten ist, schwankt je nach Region. Die jeweiligen Trinkwasserversorger veröffentlichen auf Ihrer Homepage jedoch meist die gemessenen Werte. Doch Vorsicht: Da die Berechnung des täglichen Fluorid-Bedarf sehr kompliziert ist, empfiehlt die DGE vor der Einnahme von Fluorid-Tabletten unbedingt die Hausärzt*in zu fragen. Diese kann am besten einschätzen, ob das zusätzliche Fluorid sinnvoll ist.
Besondere Vorsicht ist bei Kindern und Säuglingen geboten, denn sie sind besonders anfällig für eine Überversorgung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, nicht mehrere Fluorid-Präparate zu mischen. Für Säuglinge am besten geeignet sind Tabletten. Sobald aber mit dem Zähneputzen begonnen wird, sollten die Kleinen besser auf die Tabletten verzichten und stattdessen zu fluoridierter Zahnpasta wechseln. Genaue Empfehlungen über den Fluorid-Gehalt der Zahnpasta und die notwendige Menge hat die Bundeszahnärztekammer in einer Grafik veranschaulicht.
Überversorgung mit Fluorid
Eine zu hohe Fluorid-Aufnahme führt zu Fluorosen - einer vermehrten Einlagerung von Fluorid in die Zähne und Knochen. Bei einer Zahnfluorose sind die Fluorid-Einlagerungen als weiße Flecken an der Zahnoberfläche zu erkennen.
Die Zähne sind weniger stabil und brechen schneller. Zu Knochenschäden kommt es nur bei sehr hohen Dosen, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Dann werden auch die Knochen durch das viele Fluorid brüchiger. Das gilt jedoch nur für Kinder bis zum Alter von 8 Jahren. Danach ist die Entwicklung der Zähne soweit abgeschlossen, dass die Zahnfluorose - selbst bei hohen Dosen - nicht mehr entsteht. Beim Skelett sieht das anders aus. Hier ist die Überversorgung auch im Erwachsenenalter gefährlich. Im schlimmsten Fall drohen bei einer Skelettfluorose Knochenbrüche und Knochenverformungen und steife Gelenke.
Wer unter einer Nierenkörperchenentzündung - einer Glomerulonephritis - leidet, sollte bei der Aufnahme von Fluorid doppelt vorsichtig sein. Die Krankheit kann sich durch eine zu hohe Fluorid-Aufnahme verschlechtern.
Quellen:
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