Tiefkühlbeeren sind lecker und schnell serviert. Doch wer sie direkt aus dem Gefrierfach in Smoothies, Desserts oder andere Speisen gibt, geht ein gesundheitliches Risiko ein:…
mehrMo.-Fr.: 08.00 - 18.30 Uhr
Sa: 09.00 - 14.00 Uhr
Exogen allergische Alveolitis (EAA): Allergische Entzündung des Lungengewebes, ausgelöst durch das wiederholte Einatmen von sehr kleinen organischen Stäuben (z. B. Schimmel, Holzstaub, Staub von Vogelfedern), gegen die der Betroffene sensibilisiert ist.
Die Erkrankung ist bezogen auf die Gesamtbevölkerung selten, aber in gefährdeten Berufsgruppen wie Landwirte, Vogelhalter und Arbeiter in der Holzverarbeitung häufig: hier erkranken 5-10 % der Beschäftigten. Bei frühzeitiger Diagnose und konsequentem Meiden des Auslösers ist die Prognose gut, bleibt die Erkrankung unerkannt, droht bei chronischem Verlauf eine Lungenfibrose.
Akute Form:
4–12 Stunden nach Einatmen des Auslösers
Chronische Form:
Am selben Tag, wenn
In den nächsten Tagen, wenn
Sehr kleine Staubpartikel transportieren die Allergene in die Lungenbläschen und führen bei entsprechender Veranlagung zu einer allergischen Immunreaktion. Inzwischen sind über 300 Allergene bekannt, die eine exogen allergische Alveolitis auslösen können. Man unterscheidet die
Akute Form. Die Reaktion läuft akut ab, wenn es in Abständen zur massiven Antigenzufuhr kommt, beispielsweise, wenn verschimmeltes Heu umgelagert wird oder Vogelzüchter den Taubenschlag säubern. 4–12 Stunden danach kommt es zu den oben beschriebenen Symptomen, die einer heftigen Infektionskrankheit ähneln. Nach wenigen Tagen klingen die Beschwerden ohne Therapie ab. Wenn das Allergen gemieden wird, erfolgt eine vollständige Heilung.
Chronische Form. Bei der chronischen Form kommt es ständig zum Kontakt mit kleinen Allergenmengen, beispielsweise bei Menschen, die Ziervögel in der Wohnung halten. Dies führt im Lungenzwischengewebe zum bindegewebigen Umbau und zu einer Verdichtung der Blut-Luft-Schranke (wodurch der Gasaustausch behindert ist). Die Veränderungen des Lungengerüsts bleiben auch bei Meiden des Allergens bestehen oder gehen sogar in eine fortschreitende Lungenfibrose über. Bei der chronischen Form ist dem Kranken der Zusammenhang mit dem Allergen (beispielsweise von Ziervögeln) meist nicht bewusst. Er fühlt sich zunehmend erschöpfter, weniger belastbar, verliert an Gewicht und leidet unter Atemnot bei Belastung.
Der Verdacht ergibt sich aus der Anamnese, wenn Husten und Fieberschübe unklar bleiben und/oder der Patient eine deutliche Besserung der Beschwerden im Urlaub spürt oder während eines Krankenhausaufenthalts zur Klärung der Symptome. Bei der körperlichen Untersuchung ist vor allem das Abhören wichtig: Hier fallen häufig knisternd-rasselnde Geräusche im unteren Teil der Lunge auf.
Zum Nachweis, dass Ursache der Beschwerden tatsächlich eine Exogen allergischen Alveolitis ist, dient der sogenannte Karenztest: Dabei hält sich der Patient einige Tage vom verdächtigen Allergen fern. Klingen die Symptome ab, spricht das dafür, dass es sich um eine akute exogene allergische Alveolitis, ursächlich ausgelöst durch das vermiedene Allergen, gehandelt hat. Noch aussagekräftiger ist der Karenztest, wenn die abgeschwächten Symptome bei erneuter Exposition wieder auftreten. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Patient mit Vogelhalterlunge nach einem Urlaub ohne Beschwerden nach Hause zurückkehrt und in der Wohnung, in der ihn seine Ziervögel begrüßen, wieder Atemnot entwickelt.
Röntgenbild, CT und Lungenfunktionsprüfung erhärten den Verdacht. Anhand der Blutgasanalyse kann man erkennen, ob und in wieweit die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt ist. Mit immunologischen Laborverfahren lassen sich für die meisten Allergene die "passenden" Antikörper und damit das auslösende Allergen erkennen.
In unklaren Fällen kommt der als diagnostisch besonders zuverlässig geltende inhalative Provokationstest in Frage. Aufgrund der Gefahr, dass sich durch das Inhalieren des Allergens ein schwerer Atemnotanfall mit Sauerstoffmangel im Blut entwickelt, werden diese Provokationstests am besten stationär in spezialisierten Zentren durchgeführt.
Der Arzt geht auch der Frage nach, ob es sich um eine Berufskrankheit handelt.
Bei der Therapie steht die konsequente Meidung des Allergens an erster Stelle. Ist dies nicht möglich, muss eine Umschulung in Erwägung gezogen werden.
Im akuten Fall können Fieber und Atemnot mit Kortison abgeschwächt werden. Zur Eindämmung des Entzündungsprozesses werden bei der chronischen Alveolitis neben Kortison auch andere Immunsuppressiva (das Immunsystem unterdrückende Medikamente) wie beispielsweise Azathioprin oder Cyclophosphamid eingesetzt.
Allergie-Tagebuch. Sollten Sie Beschwerden und den Verdacht auf eine exogen allergische Alveolitis haben, aber den konkreten Auslöser noch nicht kennen, hilft ein Allergie-Tagebuch weiter. Darin zeichnen Sie auf, was Sie tun und ob Sie Symptome entwickeln. Das hilft, zusammen mit Ihrem Arzt die Zusammenhänge zwischen Auslöser und Beschwerden besser zu erkennen.
Umschulung. Ist der Auslöser Ihrer Beschwerden identifiziert und Sie können ihn beruflich nicht meiden, steht die Frage nach der Anerkennung einer Berufskrankheit und gegebenenfalls einer Umschulung im Raum. Um die finanziellen Folgen dieser Erkrankung so gering wie möglich zu halten, sollten Sie sich auf jeden Fall frühzeitig fachlichen Rat bei Gewerkschaft, Betriebsrat oder einem Anwalt für Sozialrecht suchen.
Tiefkühlbeeren sind lecker und schnell serviert. Doch wer sie direkt aus dem Gefrierfach in Smoothies, Desserts oder andere Speisen gibt, geht ein gesundheitliches Risiko ein:…
mehr
Wer unter Angina-pectoris-Anfällen leidet, hat meist ein Notfallmedikament als Spray oder Kapsel dabei. Das darin enthaltene Nitrat hilft schnell gegen Brustenge und Herzschmerz.…
mehr
Wechseljahre wie die Frauen haben Männer nicht. Ihr Hormonspiegel sinkt nicht abrupt, sondern nur langsam. Trotzdem leiden viele unter Beschwerden. Und einige wenige benötigen…
mehr
Ob für eine gesunde Verdauung, zur Unterstützung des Immunsystems oder als Begleiter beim Abnehmen: Probiotika werden für unterschiedliche Ziele angeboten. Die Auswahl in…
mehr
Nikotin gibt es in verschiedensten Formen: Von der klassischen Zigarette über E-Zigaretten bis zum Nikotinbeutel. Doch keine Form ist harmlos.
Verschiedene Formen untersucht
Das…
mehr
Soziale Medien machen Kindern und Jugendlichen zunehmend Probleme, warnt ein Kinder- und Jugendarzt. Er fordert deshalb ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre – doch Verbote allein…
mehr