Gesundheit heute

Blut, Krebs und Infektionen

Blut, Krebs, Infektionen

Blut ist unser „Lebenssaft“ – ihm kommt seit der Antike besondere Bedeutung zu. Neueren Datums sind die Erkenntnisse über das körpereigene System zur Krankheitsabwehr mit seinen hoch spezialisierten Zellen und Botenstoffen. Entsprechend den zahlreichen Aufgaben von Blut und Immunsystem und ihren Wechselbeziehungen zu allen Organen des Körpers können die verschiedensten Beschwerden auf Infektionen sowie gut- oder bösartige Erkrankungen von Blut oder Immunsystem hinweisen – hier ist dann der Arzt gefordert, die richtige Diagnose zu stellen. Zur Therapie hält die heutige Medizin weit mehr bereit als nur Antibiotika und Zytostatika – in kaum einem medizinischen Gebiet hat die Molekularmedizin so breiten Einzug in die Krankenhäuser gefunden wie etwa bei den Leukämien.
(Bild: Alloy Photography/veer)
Krankheiten & Therapie: Blut, Krebs und Infektionen
Gichttherapie schützt das Herz

Gichtmedikamente müssen regelmäßig eingenommen werden – auch wenn die Schmerzen gut im Griff sind.

Gichttherapie schützt das Herz

Runter mit der Harnsäure!

Wer seine Gicht-Medikamente regelmäßig einnimmt, profitiert doppelt. Denn niedrige Harnsäurewerte schützen nicht nur vor einem schmerzhaften Gichtanfall. Auch die Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall sinkt dadurch.

Therapietreue lässt zu wünschen übrig

Gicht ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Harnsäurewerte im Blut erhöht sind. Vor allem in den Gelenken kann die überschüssige Harnsäure zu Kristallen werden. Diese reizen das Gewebe und lösen eine Entzündung aus, was schließlich zum typischen Gichtanfall mit Schmerzen, Rötung und Gelenkschwellung führt.

Erhöhte Harnsäurewerte lassen sich mit Medikamenten senken. Ziel ist, die Harnsäure im Blut unter 6 mg/dl zu bekommen – dann bleibt sie gelöst und es bilden sich keine Kristalle. Dafür müssen Gichtkranke ihre Medikamente jedoch regelmäßig einnehmen. Viele Patient*innen tun das nicht: Ist ein Anfall vorbei, lassen sie ihre die Gichtmedikamente wieder weg - und riskieren einen gefährlichen Harnsäureanstieg.

100 000 Patient*innen im Test

Nun gibt es aber noch einen weiteren guten Grund, die empfohlenen Gichtmedikamente regelmäßig einzunehmen. Denn sinkende Harnsäurewerte sind auch für das Herz und die Gefäße gut. Das hat eine Studie mit über 100 000 Erwachsenen ergeben, denen aufgrund einer neu diagnostizierten Gicht harnsäuresenkende Medikamente verordnet wurden.

Die Frauen und Männer bildeten zwei Gruppen: Gruppe A waren diejenigen, die mithilfe der Medikamente innerhalb von zwölf Monaten einen Harnsäurewert <6mg/dl erreicht hatten, ihr Durchschnittswert lag bei 5,2 mg/dl. Knapp drei Viertel der Gichtpatient*innen schafften das nicht. Sie lagen mit durchschnittlich 7,7 mg/dl oberhalb der therapeutisch empfohlenen Werte und bildeten Gruppe B.

Weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse mit niedrigen Harnsäurewerten

Nach fünf Jahren waren in Gruppe A mit den niedrigen Harnsäurewerten mehr Gichtpatient*innen am Leben und frei von kardiovaskulären Ereignissen als in Gruppe B. Die Forschenden berechneten für sie ein signifikant niedrigeres Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Dieser Nutzen zeigte sich unabhängig von Alter und Geschlecht.

Gichtkranke können von der harnsäuresenkenden Therapie doppelt profitieren, schreiben die Studienautor*innen. Sie hoffen, dass der Nutzen für Herz und Gefäße nun weitaus mehr Gicht-patient*innen dazu motiviert, ihre Medikamente auch langfristig regelmäßig einzunehmen.

Quelle: Springer Medizin

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Rüdiger Rebmann

Aktuelle Beiträge zum Thema

  • Stillen reduziert Blutkrebs-Risiko
    Baby an die Brust!

    Krebs ist bei Kindern zum Glück selten. Wenn sie aber daran erkranken, entwickeln sie häufig eine Leukämie. Diesem Blutkrebs kann offenbar mit Stillen vorgebeugt werden.

    Daten von…

    mehr

  • Was man zu B12-Mangel wissen sollte
    Mehr als schlapp und müde

    Ein Vitamin-B12-Mangel betrifft nur Menschen, die sich vegan ernähren? Und mit einem Präparat aus dem Supermarkt ist schnell wieder alles in Ordnung? Hier sind Fakten, die Schluss…

    mehr

  • Sport gegen Depression?
    Bewegung scheint zu helfen

    Viele kennen es aus dem Alltag: Nach dem Sport kommt man auf bessere Gedanken. Doch funktioniert das auch bei Depressionen?

    Viele Studien ausgewertet

    Die Wissensplattform medizin…

    mehr

  • Gichttherapie schützt das Herz
    Runter mit der Harnsäure!

    Wer seine Gicht-Medikamente regelmäßig einnimmt, profitiert doppelt. Denn niedrige Harnsäurewerte schützen nicht nur vor einem schmerzhaften Gichtanfall. Auch die Gefahr für…

    mehr

  • Hormon und Kuscheln heilt Wunden
    Liebe ist die beste Medizin

    Bisher werden Verletzungen mit Verbänden oder Wundspray behandelt. Steht demnächst vielleicht auch Oxytocin plus Kuscheln auf dem Rezept? Die Kombination soll Wunden schneller…

    mehr

  • Länger leben mit grünem Tee?
    Eher geringer Effekt nachweisbar

    Grünem Tee wird schon lange eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt - bei Darmerkrankungen, gegen Alzheimer, Krebs, oder ganz besonders gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber…

    mehr