Gesundheit heute

Blut, Krebs und Infektionen

Blut, Krebs, Infektionen

Blut ist unser „Lebenssaft“ – ihm kommt seit der Antike besondere Bedeutung zu. Neueren Datums sind die Erkenntnisse über das körpereigene System zur Krankheitsabwehr mit seinen hoch spezialisierten Zellen und Botenstoffen. Entsprechend den zahlreichen Aufgaben von Blut und Immunsystem und ihren Wechselbeziehungen zu allen Organen des Körpers können die verschiedensten Beschwerden auf Infektionen sowie gut- oder bösartige Erkrankungen von Blut oder Immunsystem hinweisen – hier ist dann der Arzt gefordert, die richtige Diagnose zu stellen. Zur Therapie hält die heutige Medizin weit mehr bereit als nur Antibiotika und Zytostatika – in kaum einem medizinischen Gebiet hat die Molekularmedizin so breiten Einzug in die Krankenhäuser gefunden wie etwa bei den Leukämien.
(Bild: Alloy Photography/veer)
Krankheiten & Therapie: Blut, Krebs und Infektionen
Magen-Darm-Infekt vom Küchenschwamm

In feuchten Küchenschwämmen können sich Bakterien sehr gut vermehren.

Magen-Darm-Infekt vom Küchenschwamm

Gefährliche Keimschleuder

Ein Küchenschwamm kann sauber aussehen und trotzdem Millionen Bakterien beherbergen. Damit über die Arbeitsflächen keine Krankheitserreger auf Speisen übertragen werden, sollte man ein paar Hygieneregeln beachten.

Darmbakterien überleben tagelang

Ob Geschirr spülen, die Arbeitsplatte abwischen oder den Herd reinigen – der Küchenschwamm gehört in fast jedem Haushalt zur Grundausstattung. Doch ausgerechnet der praktische Alltagshelfer kann sich schnell in eine Keimschleuder verwandeln. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Demnach können sich in Küchenschwämmen krankmachende Bakterien wie Salmonellen oder Escherichia coli stark vermehren und tagelang überleben.

Das Problem: Feuchtigkeit, Wärme und kleine Speisereste bieten ideale Bedingungen für Bakterien. Selbst wenn ein Schwamm äußerlich sauber aussieht, normal riecht und sich nicht schmierig anfühlt, kann er bereits stark mit Keimen belastet sein. Auf Aussehen oder Geruch sollte man sich deshalb nicht verlassen.

Kleine Kinder besonders gefährdet

In der genannten Studie vermehrten sich die untersuchten Krankheitserreger innerhalb weniger Tage deutlich. Selbst eine mehrtägige Trockenphase überstanden viele Bakterien. Besonders kritisch: Schon leichter Druck auf den Schwamm genügte, damit Keime auf Arbeitsflächen, Schneidebretter oder Geschirr übertragen wurden. Gelangen sie anschließend auf Lebensmittel, die roh verzehrt werden, kann das zu Magen-Darm-Infektionen führen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Oft austauschen, nach Fleischkontakt wegwerfen

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken.

  • Schwämme sollten nach Gebrauch gründlich ausgespült und möglichst luftig getrocknet werden. 
  • Außerdem sollten Schwämme regelmäßig ausgetauscht werden – etwa einmal pro Woche oder früher, wenn sie intensiv genutzt werden. 
  • Die Keimbelastung lässt sich auch mit Hitze reduzieren. Dafür muss der Schwamm allerdings etwa zwei Minuten lang mit über 70 Grad heißem Wasser behandelt werden.
  • Wurden die Schwämme zum Reinigen von Flächen verwendet, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind, sollten sie anschließend entsorgt werden.

In Haushalten mit älteren oder chronisch kranken Menschen ist ganz besonders auf Hygiene zu achten. Hier ist es sinnvoll, statt eines Schwamms eine Spülbürste oder waschbare Spültücher zu verwenden. Denn diese können nicht nur gut in der Spül- oder Waschmaschine gereinigt werden. Sie trocknen nach dem Benutzen schneller und bieten Bakterien schlechtere Lebensbedingungen.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: mauritius images / Manfred Habel

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