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Neurologie

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Kein anderes Organ fasziniert den Menschen so sehr wie das Gehirn. Diese graue Masse von 1 400 Gramm soll „den Menschen zum Menschen“ und einzigartig auf dieser Welt machen? Soll der Grund dafür sein, dass Männer anders ticken als Frauen und Pubertierende manchmal ganz aus dem Takt geraten? Worin unterscheiden sich die „grauen Zellen“ eines Albert Einstein oder Ludwig van Beethoven von den unsrigen? Auch die Vielfalt menschlicher Empfindungen wirft Fragen auf. Wie etwa können in so enger Nachbarschaft abgrundtiefer Hass und innigste Liebe gleichermaßen entstehen? Auch vermag kein anderes Organ den Menschen so scheinbar unverrückbar im Unglück zu fixieren wie das eigene Gehirn – man denke etwa an den ersten Liebeskummer. So wundert es nicht, dass Erkrankungen des Gehirns eine besondere Dimension haben. Jede von ihnen betrifft den Kern des Menschen.
(Bild: Blend Images Photography/veer)
Krankheiten & Therapie: Neurologie
Antidepressiva schrittweise absetzen?

Das Absetzen von Antidepressiva sollte ärztlich begleitet werden.

Antidepressiva schrittweise absetzen?

Studie zu Symptomen

Viele Menschen nehmen zeitweise Antidepressiva – in Deutschland sind es etwa 8 bis 10 Prozent. Doch was passiert eigentlich, wenn die Betroffenen die Medikamente wieder absetzen möchten?

Nocebo statt Placebo

Im Schnitt ein Jahr lang nehmen Menschen mit Depressionen ihre Medikamente ein. Wer die Medikamente dann wieder absetzt, leidet in jedem dritten Fall zunächst einmal unter Absetzsymptomen. Das sind dann zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit. Eine Studie mit rund 20  000 Personen sagt nun, dass einige dieser Symptome gar nicht echt wären. Sie seien dem „Nocebo-Effekt“ zuzuschreiben, dem Gegenstück zum Placebo-Effekt. Beim Placebo-Effekt bemerken Patient*innen trotz fehlendem Wirkstoff in ihrem Medikament eine Verbesserung. Beim Nocebo-Effekt spüren die Patient*innen Absetz-Symptome, obwohl sie vorher gar keinen Wirkstoff erhalten haben.

Dosis langsam reduzieren

Die Studie kam auch zu einem weiteren interessanten Ergebnis: So machte es keinen Unterschied, ob die Medikamente schrittweise oder sofort komplett abgesetzt wurden. Das widerspricht der gängigen Empfehlung, Antidepressiva auszuschleichen, also die Dosis langsam zu reduzieren. Fachleute zeigen sich dem Ergebnis gegenüber skeptisch – die Studie reiche nicht aus, um zuverlässig zu diesem Schluss zu kommen. Das räumen auch die Forschenden selbst ein.

Immer in Begleitung einer Ärzt*in

Außerdem betonen die Forschenden, dass jedes Absetzsymptom ernst zu nehmen ist und mit der Ärzt*in abgeklärt werden sollte – ganz egal, ob „real“ oder nicht. Das Absetzen der Antidepressiva sollte zudem immer von einer Ärzt*in begleitet werden. Und nicht zuletzt müsse man auch unterscheiden, ob die Symptome tatsächlich auf das Absetzen der Medikamente zurückgehen oder ob es sich um einen Rückfall handelt.

Quellen: Deutsches Ärzteblatt


Von: Sara Steer; Bild: mauritius images / pa / Christin Klose

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