Gesundheit heute

Schmerz- und Schlafmedizin

Schmerz- und Schlafmedizin

Schmerzen können das Leben zur Hölle machen. Eigentlich signalisieren sie drohende Gefahr und leiten Schutzreflexe ein. Sie haben aber die fatale Eigenschaft, sich zu verselbständigen, wenn unser Schmerzgedächtnis den Schmerz erinnert, auch wenn er im Moment nicht vorhanden ist. Schmerzmittel bringen dann meist nur mäßige Linderung und bergen erhebliche Risiken und Nebenwirkungen. Die moderne Schmerzmedizin packt deshalb das Übel bei der Wurzel: nämlich im Kopf. „Schmerzpatienten können ihre Schmerzen nicht nur lernen, sie können sie auch wieder verlernen“, so lautet ihre Grundthese. Schmerzen können auch den Schlaf rauben - daher veranlasst jeder Schlafmediziner einen diagnostischen Schlaf im Schlaflabor, wenn er hinter Schlafproblemen ernste organische Erkrankungen vermutet. Hierbei werden während einer ganzen Nacht Gehirnaktivitäten, Atemfrequenz, die Sauerstoffsättigung im Blut, Puls, EKG und die Muskelaktivität in den Beinen aufgezeichnet. Hinter sehr vielen Schlafproblemen stecken aber keine organischen, sondern psychische Störungen oder Dauerbelastungen. Schlaffördernde Medikamente treten für die Schlafmedizin daher zunehmend in den Hintergrund, während sich moderne Verhaltenstherapien immer weiter durchsetzen.
(Bild: Wavebreakmediamicrro/veer)
Krankheiten & Therapie: Schmerz- und Schlafmedizin
Sturzgefahr im Alter

Viele Stürze lassen sich verhindern

Sturzgefahr im Alter

Strategien für mehr Sicherheit

Fast jede vierte Person über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr – mit manchmal schweren Folgen. Doch vielen Stürzen lässt sich vorbeugen. Was hilft?

Viele Ursachen

Mit zunehmendem Alter steigt nicht nur das Sturzrisiko, sondern wegen schwächerer Knochen oft auch die Verletzungsgefahr. So bricht der Oberschenkelhals bei Älteren deutlich häufiger und es drohen Immobilität und längere Krankenhausaufenthalte. Die Ursachen für einen Sturz sind vielfältig. Mit dem Alter lassen Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht nach, Beschwerden wie Schwindel oder Sehprobleme sind häufiger. Auch Arzneimittel können das Sturzrisiko erhöhen, allen voran Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Dazu kommen Stolperfallen im Haushalt wie lose Teppiche.

Sturzsichere Wohnung

Die gute Nachricht: Viele Stürze lassen sich verhindern. Am wichtigsten ist dafür regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining, auch noch im höheren Alter. Außerdem sollten Augen und Brille regelmäßig kontrolliert werden, um Stürze durch schlechtes Sehen zu vermeiden. Eine ausgewogene, kalziumreiche Ernährung und eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D stärken die Knochen. Im Zweifel kann der Vitamin-D-Spiegel in der Arztpraxis bestimmt werden. Dort oder in der Apotheke lassen sich auch die eingenommenen Medikamente überprüfen. Mittel, die beispielsweise Schwindel als Nebenwirkung haben, sollten kritisch hinterfragt werden. Und schließlich gehört die eigene Wohnung auf den Prüfstand: Ist sie sturzsicher? Kriterien sind unter anderem eine gute Beleuchtung, Handläufe an Treppen und keine losen Teppiche.

Info-Broschüren vom BIÖG

Auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) möchte der Sturzgefahr im Alter entgegenwirken und bietet zwei Broschüren zum Thema „Gleichgewicht und Kraft“ an. Die „Einführung in die Sturzprävention“ zeigt allgemeinverständlich, wo im Alltag die Stolperfallen liegen. Sie gibt Praxistipps, wie sich der Alltag sturzsicher bewältigen lässt, und informiert über Hilfsmittel. Die zweite Broschüre „Praktische Übungen zur Sturzprävention“ widmet sich dem Training und bietet ein einfaches Programm mit Bildern und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Quelle: BIÖG

Von: Dr. med. Tobias Höflein; Bild: mauritius images / Perfect Wave

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