Gesundheit heute

Männerkrankheiten

Männerkrankheiten

Konzentriert und kraftvoll leben, mit Energie an die Aufgaben herangehen und die beruflichen wie privaten Ziele immer im Auge behalten – das ist das Bild, das viele Männer von sich haben. Aber jeder weiß auch – das Leben ist nicht immer so. Über Männerkrankheiten wird viel weniger gesprochen als über Frauenleiden. Manchmal tun sich Männer schwer, über Beschwerden und Krankheiten zu reden. Erst recht dann, wenn es um ihre „Männlichkeit“ geht. Das ist unnötig – die Urologie hat große Fortschritte gemacht, und etliche, früher unheilbare Erkrankungen sind heute gezielt und nebenwirkungsarm behandelbar. Und selbst wenn es „nur“ um die Lebensqualität bei den sexuellen Funktionen geht, bietet die Medizin heute viel mehr als obskure Pulver und drakonische Therapien mit dem Skalpell.
(Bild: SeanPrior/clipdealer)
Krankheiten & Therapie: Männerkrankheiten
Hochdruck behandeln beugt Demenz vor

Eine gute Blutdruckkontrolle schützt Herz und Gehirn.

Hochdruck behandeln beugt Demenz vor

Therapietreue lohnt

Einen erhöhten Blutdruck zu senken schützt nicht nur vor Herzinfarkt und Schlaganfall: Wer als Hochdruckpatient*in seinen Blutdruck konsequent im Griff hat, hat ein geringeres Risiko, an einer Demenz zu erkranken.

31 000 Teilnehmer*innen im Visier

Ein hoher Blutdruck tut in der Regel nicht weh. Deshalb fällt es manchen Hochdruckpatient*innen auch schwer, regelmäßig ihre Blutdrucksenker einzunehmen. Doch jetzt gibt es einen Grund mehr für Therapietreue: Einer amerikanischen Metaanalyse zufolge hält die Therapie eines Hochdrucks auch die Demenz in Schach.

Die Daten für ihre Metaanalyse gewannen die Autor*inneen aus 6 großen Studien, bei denen gut 31 000 über 55-Jährige, die zunächst keine Demenz hatten, jahrelang nachbeobachtet wurden. Die Teilnehmenden wurden in 2 Gruppen eingeteilt, die erste Gruppe hatte zu Beginn der jeweiligen Studie normale Blutdruckwerte (< 140/90 mmHg), die andere erhöhte Werte, die teilweise mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt worden war. Von den über 31 0000 Studienteilnehmer*innen erkrankten 3728 an einer Demenz, bei 1741 handelte es sich dabei um eine Demenz vom Alzheimertyp.

16 % geringeres Alzheimer-Risiko

In der Gruppe der Patient*innen, die von Studienbeginn an erhöhte Blutdruckwerte aufwiesen, hatten die Patienten mit einer antihypertensiven Therapie ein um 12% geringeres Risiko an einer Demenz zu erkranken als diejenigen, die keine effektive Hochdrucktherapie erhalten hatten. Das Risiko für eine Alzheimer-Demenz reduzierte sich sogar auf 16 %, schreiben die Autor*innen. Auch in der Gruppe der Teilnehmer*innen mit normalem Blutdruck gab es Teilnehmer*innen, die Hochdruckmedikamente einnahmen. Bei ihnen ließ sich jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen einer Demenzentwicklung und der Einnahme von Blutdrucksenkern nachweisen.

Hauptsache der Blutdruck sinkt

Welche Blutdrucksenker die Hochdruckpatient*innen eingenommen hatten, war bei der Risikoreduktion ohne Belang, berichten die Autoren. Hauptsache, der Blutdruck wurde effektiv gesenkt. In den Leitlinien zur Behandlung eines erhöhten Blutdrucks sollte deshalb neben der Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall auch die Risikoreduktion einer Demenz betont werden, fordern die Autoren.

Quelle: Ärzteblatt

Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: kurhan/Shutterstock.com

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