Gesundheit heute

Kinderkrankheiten

Hat mein Kind etwas Ernstes? Oder doch nur eine harmlose Erkältung? In diesem Kapitel erfahren Sie das Wichtigste zu den häufigsten Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen. Selbst wenn hier das Grundwissen über Kinderkrankheiten abgedeckt wird – das Kapitel kann ein Buch zum Thema Kindergesundheit nicht ersetzen: Wenn Kinder erkranken, geht es oft ums "Kleingedruckte". Schließlich können viele Kinder noch nicht in Worten äußern, was ihnen fehlt. Gleichzeitig zeigen sich gerade bei den kleineren Kindern Krankheiten in nicht immer eindeutiger Weise.
Bildquelle: spass/Shutterstock.com
Eltern und Kind: Kinderkrankheiten
Kühlkappe schützt die Haare

Kühlkappe schützt die Haare

Haarausfall bei Chemotherapie

Haarausfall ist eine belastende Nebenwirkung einer Chemotherapie. Durch eine Kühlung der Kopfhaut lässt sich der Haarausfall verringern – doch nicht alle profitieren.

Kälte für die Haarwurzeln

Viele Chemotherapien lassen die Haare ausfallen. Vor allem jüngere Frauen empfinden das als sehr belastend. Ein kompletter Haarverlust wird oft als stigmatisierend erlebt und kann sogar beeinflussen, wie Betroffene die Therapie annehmen. Dem Haarausfall lässt sich mit einer Kühlung der Kopfhaut vorbeugen. Dabei tragen Patient*innen eine Kühlkappe, die die Kopfhaut vor, während und nach jeder Chemotherapie-Sitzung auf 19-20 °C herunterkühlt. Die Kälte verengt die Blutgefäße, sodass weniger Wirkstoff der Chemotherapie an die Haarwurzeln gelangt.

Zwei Drittel behalten ihre Haare

Wie gut das im Praxisalltag funktioniert, haben Forschende in Niedersachsen untersucht. Dafür wurden Daten von über 450 Brustkrebs-Patientinnen ausgewertet, denen während ihrer Chemotherapie eine Kopfhautkühlung angeboten wurde. Knapp 90 % nahmen das Angebot an. Bei knapp zwei Dritteln der Behandelten, die die Behandlung bis zum Ende erhalten haben, blieben die Haare gut erhalten. 

Viele brechen ab

Die Kopfhautkühlung funktioniert allerdings nicht für alle gut. Fast die Hälfte der Studienteilnehmenden beendete die Kühlung vorzeitig. Häufigster Grund war, dass die Haare trotz Kühlung ausfielen. Gut jede Fünfte der Abbrechenden vertrug die Kälte nicht, einige bekamen Kopfschmerzen. Dazu haben etwa 10 % die Therapie von vornherein abgelehnt – der häufigste Grund war Angst für Kälteunverträglichkeit und Migräne. Dass die Therapie dennoch im klinischen Alltag angekommen ist, zeigt ein Blick in ärztliche Leitlinien. Diese empfehlen, dass Patient*innen bei einer Therapie mit bestimmten Chemotherapeutika, den Taxanen, eine Kopfhautkühlung angeboten werden sollte. 

Quelle: Ärzteblatt 

Von: Dr. med. Tobias Höflein; Bild: mauritius images / Andrea Obzerova / Alamy / Alamy Stock Photos

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