Gesundheit heute

Ernährungsmedizin

Man ist, was man isst. Doch: Was soll man essen? Und wie viel davon? Und wann? Die Antworten sind nicht einfach. Schließlich können Menschen sowohl in der gemüsefreien Arktis als auch in der kargen Sahelzone mit den vor Ort verfügbaren Nahrungsmitteln überleben. Der alteingesessene Bayer, der von Kindesbeinen an am liebsten Schweinebraten mit Knödeln verzehrt, leidet unter Umständen ebenso wenig unter Mangelerscheinungen wie der dogmatische Rohkostfan, dessen Speisekarte vor allem aus Obst und Gemüse besteht. Was die Ernährung angeht, scheint der Mensch also sehr flexibel zu sein. Oft geht es um den von Paracelsus festgeschriebenen Grundsatz: Die Dosis macht das Gift. Simple Erklärungen hat die Ernährungsmedizin trotzdem nicht zu bieten – in welche Richtung der Weg geht, weiß sie aber sehr wohl.
Bildquelle: j.chizhe/Shutterstock.com
Gesund leben: Ernährungsmedizin
Haferkur gegen hohes Cholesterin

Bei hohem Cholesterin soll eine Haferdiät helfen. Was steckt dahinter?

Haferkur gegen hohes Cholesterin

Messbarer Effekt

Haferkuren wurden schon in früheren Zeiten bei Diabetes empfohlen. Nun hat eine Studie untersucht, ob eine 2-tägige Haferdiät auch den Cholesterinspiegel senken kann.

Hohe Cholesterinwerte als Gesundheitsrisiko

Hohe Cholesterinwerte erhöhen das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Das gilt vor allem, wenn das LDL-Cholesterin erhöht ist. In diesem Fall sollten Betroffene Medikamente einnehmen, um den Wert zu senken. Forschende der Uni Bonn haben nun untersucht, ob sich auch eine spezielle Diät positiv auf die Cholesterinwerte auswirken könnte: eine zweitägige Haferkur.

Hafer mit etwas Obst und Gemüse

Im Versuch wurden zwei Gruppen gebildet. Alle Teilnehmenden hatten Adipositas und Anzeichen eines metabolischen Syndroms. Die erste Gruppe durfte zwei Tage lang jeweils nur 300 Gramm Haferflocken mit etwas Obst und Gemüse essen. Damit reduzierten die Teilnehmenden ihre Kalorienaufnahme um die Hälfte. Die zweite Gruppe wurde ebenfalls auf Kalorien-Diät gesetzt, ernährte sich aber normal. Das Ergebnis: In der Hafergruppe waren die Cholesterinwerte nach der Diät 10 % niedriger als in der zweiten Gruppe. Dieser Effekt hielt 6 Wochen lang an.

Darmmikrobiom verändert

Die Forschenden erklären sich den niedrigeren Cholesterin-Wert vor allem durch die Auswirkung der Diät auf das Darmmikrobiom. Das hatte sich nach der Diät nämlich verändert. Nach der Diät wurde im Stuhl ein gestiegener Anteil eines Bakteriums nachgewiesen, das sich sehr wahrscheinlich positiv auf den Cholesterinstoffwechsel auswirkt.
Das Experiment wurde anschließend leicht verändert wiederholt: Die Teilnehmenden durften dabei zu den 300 Gramm Haferflocken essen, was sie wollten. In dieser Form sanken die Cholesterin-Werte nicht. Wer also einen messbaren Effekt aufs Cholesterin möchte, muss sich also sehr wahrscheinlich zwei Tage lang auf Hafer beschränken.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt


Von: Sara Steer; Bild: mauritius images / foodcollection / Lara Jane Thorpe

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